Speicherplatz, Datenbanken und Traffic reichen heute bei praktisch jedem Hosting-Paket für eine normale WordPress-Website aus. Die Unterschiede, die später wirklich zählen, stehen oft im Kleingedruckten: wie Backups funktionieren, ob jemand per SSH arbeiten kann, was eine Wiederherstellung kostet und wie lange Sie gebunden sind. Ich ziehe regelmäßig Websites von einem Anbieter zum anderen um, und das sind die Punkte, auf die ich beim Vergleich achte.

Kurz: Was ein WordPress-Hosting-Paket braucht

  • eine aktuelle PHP-Version, die Sie selbst umstellen können, und genug PHP-Speicher
  • ein kostenloses SSL-Zertifikat schon im kleinsten Paket
  • automatische Backups, die Sie selbst zurückspielen können
  • SSH-Zugang, SFTP und idealerweise eine Testkopie (Staging)
  • E-Mail-Postfächer, Serverstandort in der EU und einen Auftragsverarbeitungsvertrag
  • ehrliche Preise und Laufzeiten und einen erreichbaren Support

Die Details, Tipp für Tipp:

Tipp 1: Die WordPress-Systemvoraussetzungen müssen erfüllt sein

Laut wordpress.org sollte Ihr Hoster Folgendes bieten:

  • PHP in Version 8.3 oder neuer
  • MariaDB ab Version 10.11 oder MySQL ab Version 8.0
  • HTTPS

Das Hosting-Handbuch von WordPress empfiehlt für Websites im Betrieb PHP 8.4 oder neuer. PHP 8.3 bekommt seit 31. Dezember 2025 nur noch Sicherheitskorrekturen, und PHP 8.2 erreicht am 31. Dezember 2026 sein Lebensende (WordPress Hosting Handbook). WordPress läuft zwar auch noch auf älteren Versionen, diese bekommen aber keine Sicherheitsupdates mehr.

Achten Sie dabei nicht nur auf WordPress selbst, sondern auf das, was Sie damit vorhaben: Ein Shop, ein Page Builder oder ein Mehrsprachigkeits-Plugin brauchen deutlich mehr Ressourcen als ein schlichter Blog.

Tipp 2: Die PHP-Version muss sich selbst umstellen lassen

Neue PHP-Versionen erscheinen jährlich, alte verlieren nach einigen Jahren den Support. Sie sollten die Version im Kundenbereich selbst wählen können, idealerweise für jede Website einzeln. So können Sie eine neue Version erst testen und bei Problemen zurückwechseln, ohne auf den Support zu warten.

Tipp 3: Der PHP-Speicher (memory_limit) sollte 256 MB oder mehr betragen

Geht PHP der Speicher aus, bricht WordPress mit „Allowed memory size … exhausted“ ab, oft mitten in einem Update. Das WordPress-Hosting-Handbuch nennt 128 MB als Minimum für eine WordPress-Installation ohne zusätzliche Plugins, 256 MB als empfohlenen Standard und 512 MB oder mehr für Shops, Page Builder und mehrsprachige Websites (Hosting Handbook). Fragen Sie vor dem Kauf nach dem Wert, und danach, ob Sie ihn selbst erhöhen können.

Tipp 4: Ein kostenloses SSL-Zertifikat von Let’s Encrypt gehört in jedes Paket

Bei einer Website ohne HTTPS zeigt Chrome neben der Adresse „Info“ oder „Nicht sicher“ an (Google-Hilfe), und WordPress nennt HTTPS in seinen Anforderungen. Kostenlose Zertifikate von Let's Encrypt, die sich automatisch verlängern, sollten schon im kleinsten Paket enthalten sein. Ein Anbieter, der dafür Geld verlangt oder sie erst ab einem größeren Paket anbietet, spart an der falschen Stelle.

Tipp 5: Automatische Backups, die Sie selbst zurückspielen können

Fragen Sie drei Dinge: Wie oft wird gesichert, wie viele Tage zurück, und kann ich eine Sicherung selbst zurückspielen? Und fragen Sie nach dem Preis einer Wiederherstellung durch den Support. Dass gesichert wird, heißt nicht, dass das Zurückspielen kostenlos ist.

Tipp 6: Eine Sicherung außerhalb des Hosters

Backups, die beim selben Anbieter liegen, helfen nicht, wenn der Anbieter selbst ein Problem hat oder Ihr Konto gesperrt wird. Eine zweite Sicherung gehört an einen anderen Ort. Manche Anbieter können ihre Backups automatisch auf einen externen Speicher legen; sonst übernimmt das ein Backup-Plugin oder Ihr Dienstleister.

Tipp 7: SSH-Zugang

Für Sie selbst vielleicht nicht wichtig, aber die Voraussetzung dafür, dass jemand Ihre Website später professionell und effizient betreuen kann: Mit SSH und dem Kommandozeilenwerkzeug WP-CLI lassen sich Updates, Sicherungen und Fehlersuche in Minuten erledigen, für die man im Browser Stunden braucht. Prüfen Sie, ob SSH im gewählten Paket enthalten ist und nicht erst in einem größeren.

Tipp 8: SFTP statt FTP

Um Dateien zu übertragen, brauchen Sie einen Zugang mit einem Programm wie FileZilla, etwa für Notfälle, wenn ein Update hängen bleibt. Klassisches FTP überträgt Passwort und Daten unverschlüsselt. Achten Sie darauf, dass der Anbieter SFTP oder FTPS anbietet.

Tipp 9: Eine Testkopie (Staging)

Eine Staging-Umgebung ist eine Kopie Ihrer Website, an der Sie Updates und Änderungen ausprobieren, bevor sie live gehen. Manche Anbieter erstellen sie mit einem Klick. Fehlt die Funktion, geht es auch über eine Subdomain, nur mit mehr Handarbeit.

Tipp 10: Leistung: Fragen Sie nach Server-Cache, nicht nach Gigabytes

Ob eine WordPress-Website schnell lädt, hängt weniger vom Speicherplatz ab als davon, ob der Server Seiten zwischenspeichert (Server-Cache) und wie viele Besucher er gleichzeitig bedienen kann. Angaben wie „unbegrenzter Traffic“ sagen darüber nichts. Fragen Sie, welcher Cache vorhanden ist, und ob ein bestimmtes Cache-Plugin empfohlen wird.

Tipp 11: Sicherheit inklusive oder als Zusatzleistung

Eine Firewall für Webanwendungen und ein Malware-Scan gehören bei guten Anbietern zum Paket. Bei anderen sind sie kostenpflichtige Zusatzleistungen. Klären Sie das vorher, und auch, ob eine Bereinigung nach einem Befall etwas kostet.

Tipp 12: E-Mail-Postfächer inklusive

Für die meisten kleinen Unternehmen laufen Website und E-Mail beim selben Anbieter. Prüfen Sie, wie viele Postfächer mit wie viel Speicher enthalten sind. Nicht jedes Hosting enthält E-Mail: Bei Cloud-Hosting fehlt sie oft ganz, und Sie brauchen dafür einen eigenen Anbieter.

Tipp 13: Serverstandort in der EU und ein Auftragsverarbeitungsvertrag

Ihr Hoster speichert die Daten Ihrer Website in Ihrem Auftrag, auch personenbezogene wie Formulareinträge, Kommentare oder Kundenkonten. Dafür verlangt die DSGVO einen Vertrag, den Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV, Art. 28 Abs. 3 DSGVO). Gute Anbieter stellen ihn im Kundenbereich zum Abschluss bereit. Ein Serverstandort in der EU erspart Ihnen zusätzliche Prüfungen.

Tipp 14: Ehrliche Preise und Laufzeiten

Aktionspreise gelten oft nur im ersten Jahr oder in den ersten Monaten. Rechnen Sie mit dem regulären Preis, achten Sie darauf, ob Preise mit oder ohne Umsatzsteuer angegeben sind, und lesen Sie Mindestlaufzeit und Kündigungsfrist. Wie ein Wechsel später abläuft, steht in meinem Artikel Hosting-Anbieter wechseln: Muss ich auf die Kündigung warten?

Tipp 15: Support auf Deutsch, auch telefonisch

Wenn Ihre Website an einem Freitagnachmittag nicht erreichbar ist, wollen Sie einen Menschen erreichen, der Ihre Sprache spricht. Prüfen Sie, wie der Support erreichbar ist (Telefon, Chat, Ticket), zu welchen Zeiten, und ob das in Ihrem Paket enthalten ist.

Was Sie nicht überbewerten müssen

  • Die Ein-Klick-Installation von WordPress: Sie gibt es bei praktisch jedem Anbieter, und WordPress lässt sich auch ohne sie in wenigen Minuten installieren. Wie sie abläuft, zeige ich in WordPress automatisch installieren.
  • Speicherplatz und SSD: Schnelle SSD-Speicher sind heute Standard, und eine normale Website braucht wenige Gigabyte. Große Zahlen sind kein Qualitätsmerkmal.
  • „WordPress-Hosting“ als Produktname: Dahinter steckt oft ein normales Paket mit vorinstalliertem WordPress. Echtes verwaltetes WordPress-Hosting mit Updates und Staging kann sinnvoll sein, kostet aber mehr. Vergleichen Sie, was konkret enthalten ist.
  • WordPress.com statt eigenem Hosting: WordPress.com ist ein Hosting-Dienst für WordPress. Im kostenlosen Tarif können Sie keine eigenen Plugins installieren, in den bezahlten Tarifen schon. Mehr dazu in Warum kann ich bei WordPress keine Plugins installieren?

Hosting ist nicht Wartung

Auch das beste Hosting-Paket hält Ihre Plugins nicht aktuell, prüft nicht, ob sich eine Sicherung im Ernstfall wirklich zurückspielen lässt, und merkt nicht, wenn Ihr Kontaktformular keine E-Mails mehr verschickt. Das ist die laufende Pflege einer Website. Was alles dazugehört, lesen Sie in WordPress-Website richtig pflegen: Was wirklich zu tun ist – mit Checkliste.

Meine persönliche Empfehlung zum Thema Hosting

Welche Anbieter ich mir nach diesen Kriterien heute zuerst ansehen würde, steht auf meiner Seite Hosting-Provider: Meine Empfehlung.