Wonach haben die Menschen gesucht, die Ihre Website über Google gefunden haben? Und kennt Google überhaupt alle Ihre Seiten? Beides beantwortet ein kostenloses Werkzeug von Google selbst: die Search Console.
Willkommen zum siebzehnten Teil meiner Beitragsreihe, in der ich eine komplette Website-Erstellung von Anfang bis Ende beschreibe. Im sechzehnten Teil ging es um Bilder auf einer WordPress-Website; hier geht es darum, wie Ihre Website in der Google-Suche dasteht.
Die Google Search Console zeigt, wie Ihre Website in der Google-Suche abschneidet: für welche Suchanfragen sie erscheint, wie oft sie angeklickt wird und an welcher Position sie steht. Außerdem sehen Sie, welche Seiten Google indexiert hat und warum andere fehlen, Sie können Sitemaps einreichen und einzelne Seiten prüfen lassen. Sie brauchen dafür nur ein Google-Konto und müssen einmal bestätigen, dass die Website Ihnen gehört.
Google Analytics und Google Search Console – wo ist der Unterschied?

Die Search Console zeigt, was vor dem Klick passiert: in der Google-Suche selbst. Eine Besucherstatistik wie Google Analytics oder Matomo zeigt, was nach dem Klick passiert: auf Ihrer Website. Über welche Suchanfragen jemand aus der unbezahlten („organischen“) Google-Suche zu Ihnen gekommen ist, erfahren Sie aus der Besucherstatistik kaum – genau das liefert die Search Console.
Ein praktischer Unterschied: Für die Search Console läuft auf Ihrer Website kein Tracking-Code. Die Zahlen stammen aus der Google-Suche selbst.
Wie Sie eine Besucherstatistik einrichten, beschreibe ich in einem eigenen Artikel über Google Analytics.
Habe ich Google Search Console automatisch aktiviert, wenn ich Google Analytics nutze?
Nein. Die Search Console ist ein eigener Dienst, den Sie zusätzlich einrichten. Ist Google Analytics bereits auf Ihrer Website eingebunden und haben Sie Zugriff auf dieses Analytics-Konto, können Sie damit aber die Inhaberschaft bestätigen (siehe unten). Und Sie können beide Dienste anschließend verknüpfen.
Was brauche ich, um Google Search Console zu aktivieren?
Ein Google-Konto und Zugriff auf Ihre Website – entweder auf die Website selbst (um einen Code einzufügen) oder auf die DNS-Einstellungen Ihrer Domain beim Anbieter, bei dem die Domain registriert ist.
Eine Search Console-Property für die eigene Website einrichten
Rufen Sie search.google.com/search-console auf, melden Sie sich mit Ihrem Google-Konto an und fügen Sie eine Property hinzu. Eine Property ist das, was die Search Console untersucht. Für eine Website gibt es zwei Arten:
- Domain-Property (z. B. ihre-domain.de): umfasst die ganze Domain mit allen Subdomains (www und andere) und beiden Protokollen (http und https). Bestätigen lässt sie sich nur über einen DNS-Eintrag.
- URL-Präfix-Property (z. B. https://www.ihre-domain.de/): umfasst nur Adressen, die genau so beginnen, einschließlich http oder https. Dafür gibt es mehrere Bestätigungsmethoden.
Meine Empfehlung: Wenn Sie an die DNS-Einstellungen Ihrer Domain herankommen, nehmen Sie die Domain-Property. Dann sehen Sie alle Varianten Ihrer Website in einer Ansicht. Die Search Console zeigt Ihnen einen TXT-Eintrag, den Sie bei Ihrem Domain-Anbieter in die DNS-Einstellungen eintragen; danach bestätigen Sie in der Search Console. Bis ein neuer DNS-Eintrag überall bekannt ist, kann es etwas dauern.
Mit einer URL-Präfix-Property haben Sie die Wahl zwischen einer HTML-Datei, die Sie auf Ihre Website hochladen, einem HTML-Tag im Quelltext der Startseite, dem Tracking-Code von Google Analytics oder dem Google Tag Manager. Auf einer WordPress-Website ist das HTML-Tag am einfachsten, wenn Sie ein SEO-Plugin verwenden: In Rank Math etwa tragen Sie den Code unter Rank Math SEO → Allgemeine Einstellungen → Webmaster-Tools im Feld „Google Search Console“ ein und speichern. Danach bestätigen Sie in der Search Console.
Neben Websites kennt die Search Console inzwischen auch Plattform-Properties für Ihre Präsenz auf Instagram, TikTok, X und YouTube. Für Ihre Website brauchen Sie sie nicht.
Search Console und Google Analytics verknüpfen
Verwenden Sie Google Analytics, lohnt sich die Verknüpfung: Dann zeigt Analytics zwei zusätzliche Berichte, „Anfragen über die organische Google Suche“ und „Traffic über die organische Google Suche“, also Suchanfragen und Landingpages mit den Zahlen aus der Search Console.
So verknüpfen Sie die beiden in Google Analytics: auf der Seite Verwaltung unter Produktverknüpfungen auf Search Console-Verknüpfungen klicken, dann auf Verknüpfen, die Search Console-Property und anschließend den Web-Datenstream auswählen. Dafür müssen Sie bestätigter Inhaber der Search Console-Property sein und in Analytics die Rolle „Bearbeiter“ haben. Eine Property lässt sich nur mit einem Datenstream verknüpfen.
Ein Detail, das viele übersehen: Die beiden neuen Berichte sind nach der Verknüpfung zunächst nicht sichtbar. Sie stecken in einer Sammlung, die Sie in Analytics unter Bibliothek erst veröffentlichen müssen.
Überblick über Google Search Console: Daten, Berichte und Funktionen
Ein paar Dinge vorab, damit Sie die Zahlen richtig lesen:
- Die Daten kommen mit Verzögerung, normalerweise nach zwei bis drei Tagen. Eine 24-Stunden-Ansicht zeigt zwar schon Stundenwerte, aber als vorläufige Daten, die sich noch ändern können.
- Die Search Console speichert die Daten der letzten 16 Monate. Wer längere Vergleiche will, muss die Daten selbst exportieren.
- Eine neue Property ist zuerst leer. Die ersten Daten erscheinen nach einigen Tagen.
- Bei Problemen meldet sich Google per E-Mail, und Sie sehen, welche Seiten betroffen sind.
Leistung: Suchanfragen, Klicks, Impressionen, Position
Der Leistungsbericht zeigt, wie Ihre Website in den Google-Suchergebnissen abschneidet, voreingestellt für die letzten drei Monate. Über dem Diagramm schalten Sie vier Messwerte ein und aus:
- Klicks: wie oft Nutzer in den Suchergebnissen auf Ihre Website geklickt haben.
- Impressionen: wie oft Ihre Website in den Suchergebnissen erschienen ist – ob jemand geklickt hat oder nicht.
- Klickrate (CTR): Klicks geteilt durch Impressionen. Sehen 100 Suchende Ihren Eintrag und klicken 10, ist die CTR 10 %.
- Durchschnittliche Position: die durchschnittliche Position des höchsten Ergebnisses Ihrer Website.
Unter dem Diagramm wählen Sie, wonach die Tabelle gruppiert wird, zum Beispiel nach Suchanfragen, Seiten, Ländern oder Geräten. Mit dem Filter „Suchtyp“ trennen Sie Web-, Bilder-, Video- und Nachrichtensuche. Klicken Sie in der Tabelle auf eine Suchanfrage oder eine Seite, sehen Sie die Zahlen nur für diese.
Suchanfragen: Wonach die Besucher gesucht haben
Hier sehen Sie die Suchanfragen, bei denen eine Seite Ihrer Website in den Ergebnissen erschienen ist, mit Klicks, Impressionen, Klickrate und Position. Die Summe der Tabelle ist dabei fast immer kleiner als die Gesamtzahl im Diagramm: Suchanfragen, die nur sehr selten gestellt wurden oder persönliche Informationen enthalten, zeigt Google aus Datenschutzgründen nicht, und die Tabelle hat höchstens 1.000 Zeilen.
Seiten: Auf welchen Seiten die Besucher gelandet sind
Gruppiert nach Seiten sehen Sie dieselben Zahlen für jede Seite Ihrer Website. Wundern Sie sich nicht über Adressen mit einem # und einem Abschnittsnamen dahinter: Das sind Sprungmarken zu einzelnen Abschnitten einer Seite, die Google in den Suchergebnissen direkt verlinkt hat.
Impressionen und Position richtig lesen
Impressionen kommen einem echten Suchvolumen am nächsten – aber nur als untere Grenze. Steht Ihre Seite im Schnitt auf Position 15, sehen sie nur die Suchenden, die bis zur zweiten Ergebnisseite blättern. Haben Sie dort schon 100 Impressionen im Monat, wird die Suchanfrage also deutlich öfter gestellt.
Bei der durchschnittlichen Position sind zwei Dinge zu beachten: Sie ist ein Durchschnitt über den gewählten Zeitraum, und neue Seiten steigen meist weit hinten ein. Kommen in einem Zeitraum viele neue Seiten dazu, sinkt der Durchschnitt der ganzen Website, ohne dass sich an den bestehenden Seiten etwas verschlechtert hätte. Und eine Top-Position bei nur einer Handvoll Impressionen ist statistisch wenig wert – sehen Sie sich lieber die Einträge mit vielen Impressionen an.
Ein guter Startpunkt für Verbesserungen: Sortieren Sie die Suchanfragen nach Impressionen und suchen Sie solche mit vielen Impressionen, aber wenigen Klicks. Dort lohnt es sich oft, Titel und Beschreibung der Seite zu überarbeiten oder die Frage im Text besser zu beantworten.
Indexierung: Welche Seiten kennt Google?
Nur Seiten, die Google in seinen Index aufgenommen hat, können in den Suchergebnissen erscheinen. Darum geht es im Bereich Indexierung.
Seitenindexierung: indexiert und nicht indexiert
Der Bericht zur Seitenindexierung (früher hieß er „Abdeckung“) zeigt, wie viele Seiten Ihrer Website indexiert sind und welche nicht – mit dem Grund. Dass einige Seiten nicht indexiert sind, ist normal und oft gewollt: eine Seite mit „noindex“, eine doppelte Adresse, eine gelöschte Seite mit 404-Fehler. Wichtig ist, dass alle Seiten indexiert sind, die gefunden werden sollen.
Google selbst sagt: Hat Ihre Website weniger als 500 Seiten, brauchen Sie diesen Bericht wahrscheinlich nicht. Eine Google-Suche nach site:ihre-domain.de zeigt Ihnen dann schnell, ob Ihre wichtigsten Seiten bekannt sind.
URL-Prüftool: eine einzelne Seite prüfen
Geben Sie oben in der Suchleiste der Search Console die vollständige Adresse einer Seite ein. Das URL-Prüftool zeigt, ob die Seite indexiert ist und warum nicht. Mit dem Live-Test prüfen Sie, ob die Seite in ihrer jetzigen Form indexierbar ist, und Sie können die Indexierung der Seite anfordern – nützlich bei einer neuen oder gerade überarbeiteten Seite.
Sitemaps: Google sagen, wo Ihre Seiten stehen
Eine Sitemap ist eine Liste der Seiten Ihrer Website im XML-Format. WordPress erstellt seit Version 5.5 selbst eine unter /wp-sitemap.xml; SEO-Plugins ersetzen sie oft durch ihre eigene, Rank Math zum Beispiel unter /sitemap_index.xml. Welche Adresse Ihre Website verwendet, steht in den Einstellungen Ihres SEO-Plugins.
Im Sitemaps-Bericht tragen Sie diese Adresse unter „Neue Sitemap hinzufügen“ ein und klicken auf „Senden“. Sie laden dabei nichts hoch, sondern sagen Google nur, wo die Sitemap liegt; Google ruft sie danach regelmäßig selbst ab. Der Bericht zeigt auch, ob beim Lesen der Sitemap Fehler aufgetreten sind.
Links: Wie vernetzt sind die Seiten meiner Website intern und von außen?
Der Bericht „Links“ zeigt zwei Gruppen: externe Links von anderen Websites auf Ihre – welche Ihrer Seiten am häufigsten verlinkt werden, von welchen Websites und mit welchem Linktext – und interne Links zwischen Ihren eigenen Seiten. Ob ein Link als „nofollow“ markiert ist, zeigt der Bericht nicht.
Die internen Links haben Sie selbst in der Hand. Was im Menü, in der Seitenleiste oder im Footer steht, bekommt viele interne Links; eine Seite, auf die kein Link zeigt, ist auch für Besucher schwer zu finden. Sorgen Sie dafür, dass alle wichtigen Seiten mit wenigen Klicks von der Startseite aus erreichbar sind.
Core Web Vitals: Wie schnell lädt Ihre Website?
Der Bericht „Core Web Vitals“ zeigt, wie schnell und stabil Ihre Seiten laden, getrennt nach Mobilgeräten und Desktop-Computern. Seiten, die als langsam eingestuft werden, sind dort aufgelistet.
Was es nicht mehr gibt: Den früheren Bericht zur Nutzerfreundlichkeit auf Mobilgeräten und den Test auf Optimierung für Mobilgeräte hat Google am 1. Dezember 2023 eingestellt. Ältere Anleitungen, die damit eine „mobile Prüfung“ in der Search Console versprechen, sind veraltet.
Nächste Schritte
Mit der Search Console haben Sie die wichtigste Informationsquelle darüber eingerichtet, wie Google Ihre Website sieht. Schauen Sie anfangs ruhig jede Woche hinein; später genügt ein Blick, wenn Google sich per E-Mail meldet oder wenn Sie eine neue Seite veröffentlicht haben.
Im nächsten Teil dieser Reihe geht es zurück zum Schreiben in WordPress, und zwar mit dem Block-Editor „Gutenberg“.
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