Was hat es mit dem Gutenberg-Editor in WordPress eigentlich auf sich? Gutenberg war der Projektname des Block-Editors, der mit WordPress 5.0 Ende 2018 den bisherigen Editor als Standard abgelöst hat. Heute schreibt jede neue WordPress-Installation im Block-Editor, und der Name Gutenberg lebt vor allem im gleichnamigen Plugin weiter, in dem neue Funktionen getestet werden, bevor sie in WordPress selbst landen.
Neue WordPress-Benutzer kommen also zuerst mit dem Block-Editor in Kontakt und nicht mit dem inzwischen charmant als Classic Editor bezeichneten Vorgänger. Im siebenten Teil dieser Beitragsreihe habe ich bereits eine ganze Menge an Informationen zum Thema Schreiben in WordPress zusammengetragen: wie man einen Beitrag anlegt, speichert, veröffentlicht und plant.

Hier geht es jetzt um das Werkzeug selbst: wie der Block-Editor funktioniert, wie man mit Blöcken arbeitet, welche Einstellungen das Schreiben angenehmer machen, und wann der Classic Editor heute noch die bessere Wahl ist. Zunächst aber noch die Einordnung in die Beitragsreihe:
Im vorangegangenen siebzehnten Teil dieser Beitragsreihe haben wir dafür gesorgt, dass wir auch etwas darüber lernen können, wie Suchende bei Google Inhalte auf unserer Website finden. Das Werkzeug, das hier Einblicke in Suchbegriffe und die erfolgreichsten Seiten der eigenen Website gibt, nennt sich Google Search Console und ich habe eine grundlegende Einführung gegeben.
In diesem achtzehnten Teil meiner Beitrags-Reihe, in der ich eine komplette Website-Erstellung von Anfang bis Ende beschreibe, geht es nun eben nochmals ums Schreiben. Dazu nun ein herzliches Willkommen!
Gutenberg, Block-Editor, Classic Editor: Was ist was?
- Block-Editor: der Standard-Editor in WordPress seit Version 5.0. Jeder Absatz, jede Überschrift, jedes Bild ist ein eigener Block.
- Gutenberg: der Projektname des Block-Editors und das Plugin, in dem er weiterentwickelt wird. Wer nicht gerade neue Funktionen testen will, braucht das Plugin nicht. Alles, was hier steht, ist in WordPress selbst enthalten.
- Classic Editor: der Editor von vor 2018, ein einziges großes Textfeld mit Werkzeugleiste, ähnlich einem Textverarbeitungsprogramm. Man bekommt ihn über das offizielle Plugin Classic Editor oder über eine Einstellung mancher Themes zurück.
Als der Block-Editor kam, war er in der WordPress-Community umstritten, und viele, ich eingeschlossen, haben auf manchen Websites zunächst das Classic-Editor-Plugin installiert: wegen der Kompatibilität mit Themes und Plugins, und weil der Schreib-Workflow im Classic Editor eingespielt war. Heute steht in der Beschreibung des Plugins, es werde „bis 2024 oder so lange wie nötig“ unterstützt; es wird weiterhin gepflegt und ist auf mehr als acht Millionen Websites aktiv (Stand Oktober 2026).
Die Weiterentwicklung findet aber ausschließlich im Block-Editor statt. Und Websites mit einem Block-Theme, wie es alle Standard-Themes seit Twenty Twenty-Two sind, gestalten mit Blöcken nicht nur Beiträge, sondern die ganze Website.
Was ist am Block-Editor wesentlich anders?
Wirklich wesentlich anders ist der Workflow beim Schreiben. Durch die Strukturierung des Textes in Blöcke hat man mehr Möglichkeiten der unmittelbaren Einflussnahme auf das Aussehen einzelner Elemente, dafür sind manche Schritte anders zu erreichen als gewohnt.
Wichtig ist mir dabei meist, soviel wie möglich erledigen zu können, ohne die Finger von der Tastatur zu nehmen. Das geht im Block-Editor inzwischen sehr gut, man muss sich die nötigen Tastaturbefehle aber erst aneignen. Die wichtigsten zeige ich weiter unten.
Welche Aspekte des Schreibens in WordPress bleiben (fast) unverändert?
An den Informationen und Einstellungen rund um einen Beitrag hat sich eigentlich kaum etwas verändert. Sie sind anders angeordnet (in der Seitenleiste statt in Kästen unter dem Textfeld), aber die Bezeichnungen und die Funktionsweise sind im Wesentlichen gleich geblieben.
Das bedeutet unter anderem, dass Sie, wenn Sie sich zum gesamten Prozess des Schreibens in WordPress informieren wollen, unbedingt auch meinen anderen Artikel zu diesem Thema lesen sollten. In Schreiben in WordPress, einfach erklärt habe ich alles Rundherum für den Block-Editor beschrieben, unter anderem:
- Wie man einen neuen Beitrag in WordPress erstellt
- Was es mit dem Permalink eines WordPress-Beitrags auf sich hat
- Was Speichern, Vorschau und Veröffentlichen für einen Beitrag in WordPress bedeuten
- Wozu der Code-Editor gut ist
- Wie man Links in WordPress verwendet und einbaut
- Welche Rolle das Beitragsbild spielt
- Wie man Bilder in den Text einfügen kann
- Wie man externe Medien wie z.B. Videos einbetten kann
- Wie man Kategorien für Beiträge in WordPress benutzt
- Wie die Beitrags-Vorschau in WordPress funktioniert
- Wie Veröffentlichung, geplante Veröffentlichung und das Rückgängigmachen einer Veröffentlichung funktionieren
- Wie man mit Revisionen von WordPress-Inhalten arbeiten kann
Hier konzentriere ich mich auf die Arbeit mit Blöcken selbst.
Blöcke im WordPress Block-Editor einfügen
Es gibt drei Wege, einen neuen Block einzufügen:
- Einfach losschreiben. In einem leeren Beitrag steht Tippe „/“, um einen Block auszuwählen. Wer einfach tippt, schreibt einen Absatz, und jede Eingabetaste beginnt einen neuen Absatz-Block.
- Der Schrägstrich. Tippt man in einem leeren Absatz / und dann den Anfang eines Blocknamens, z.B. /bild, /tabelle oder /liste, erscheinen passende Blöcke, und die Eingabetaste fügt den ersten ein. Das ist der schnellste Weg, ohne die Hände von der Tastatur zu nehmen.
- Der Block-Inserter. Das Plus-Symbol links oben öffnet eine Seitenleiste mit allen Blöcken, durchsuchbar und nach Kategorien geordnet: Text, Medien, Design, Widgets, Theme und Einbettungen. Daneben gibt es die Registerkarten Vorlagen (fertige Kombinationen von Blöcken) und Medien (Bilder und Videos aus der Mediathek).
Die meisten Blöcke sind selbsterklärend. Einige, die man beim Schreiben häufig braucht: Absatz, Überschrift, Liste, Zitat, Bild, Galerie, Tabelle, Spalten und Gruppe, dazu Einbettungen für YouTube & Co. Zu Tabellen habe ich einen eigenen Artikel geschrieben: Tabellen in WordPress, einfach erklärt.
Blöcke auswählen, verschieben und umwandeln
Klickt man in einen Block, ist er ausgewählt, und direkt darüber erscheint seine Werkzeugleiste. Damit kann man ihn:
- verschieben: mit den Pfeilen Nach oben verschieben und Nach unten verschieben, oder an dem Griff Ziehen per Drag-and-drop an eine andere Stelle,
- umwandeln: ein Klick auf das Symbol ganz links zeigt Umwandeln in, z.B. aus einem Absatz eine Überschrift oder eine Liste machen,
- bearbeiten: je nach Block Ausrichtung, Fett, Kursiv, Link und weitere Formatierungen,
- verwalten: über die drei Punkte ganz rechts (Optionen), u.a. mit Kopieren, Duplizieren, Davor hinzufügen, Danach hinzufügen, Vorlage erstellen und Löschen.
Eine Kritik der ersten Jahre, die ich selbst geteilt habe, ist inzwischen erledigt: Früher konnte man Text nicht über die Grenze eines Blocks hinweg markieren, ohne dass gleich die ganzen Blöcke ausgewählt wurden. Seit WordPress 6.0 lässt sich Text genau wie in einem Textverarbeitungsprogramm vom Ende eines Absatzes bis in die Mitte des nächsten markieren, kopieren und löschen.
Gut zu wissen ist auch, was Strg + A (auf dem Mac Cmd + A) tut: Das erste Drücken markiert den Text des aktuellen Blocks, das zweite alle Blöcke des Beitrags. Wer den ganzen Inhalt kopieren will, findet dafür außerdem im Menü Optionen rechts oben den Punkt Alle Blöcke kopieren.
Einstellungen für das Dokument und für einzelne Blöcke
Die Seitenleiste rechts (ein- und ausblendbar über das Symbol Einstellungen rechts oben) hat zwei Registerkarten:
- Beitrag: Einstellungen für das ganze Dokument, also Status, Veröffentlichungsdatum, Titelform, Kategorien, Schlagwörter, Beitragsbild, Textauszug, Diskussion und Revisionen. Das ist im Wesentlichen das, was im Classic Editor in den Kästen rund um das Textfeld stand.
- Block: die Einstellungen des gerade ausgewählten Blocks. Sie sind bei vielen Blöcken noch einmal unterteilt in Einstellungen (was der Block tut) und Stile (wie er aussieht, z.B. Farben, Schrift und Abstände). Ganz unten steht bei den meisten Blöcken Erweitert, u.a. mit Zusätzliche CSS-Klasse(n).
Werden keine oder offensichtlich unpassende Einstellungen angezeigt, ist meist einfach nicht der Block ausgewählt, den man bearbeiten möchte. Dann hilft ein Klick in den richtigen Block, oder die Dokumentenübersicht.
Die Dokumentenübersicht: Listenansicht und Gliederung
Eine sehr praktische Funktion für längere Texte ist die Dokumentenübersicht, das Symbol mit den drei Linien in der oberen Leiste. Sie hat zwei Registerkarten:
- Listenansicht: alle Blöcke des Beitrags als Liste, verschachtelte Blöcke eingerückt. Ein Klick auf einen Eintrag wählt diesen Block im Editor aus, und per Drag-and-drop lassen sich Blöcke auch hier verschieben.
- Übersicht: die Überschriften des Beitrags, eingerückt nach ihrer Ebene, dazu die Zahl der Wörter und die geschätzte Lesedauer. Eine übersprungene Überschriftenebene wird als (Falsche Überschriftsebene) markiert.
Den Block-Editor zum Schreiben einrichten
Das Menü Optionen (die drei Punkte ganz rechts oben) enthält die Einstellungen, die das Schreiben längerer Texte deutlich angenehmer machen:
- Obere Werkzeugleiste: Die Werkzeugleiste des jeweiligen Blocks erscheint nicht mehr über dem Text, sondern fest am oberen Rand, so wie im Classic Editor.
- Ablenkungsfrei: blendet Seitenleiste und Werkzeugleisten aus, nur der Text bleibt.
- Spotlight-Modus: hebt den Block hervor, in dem man gerade schreibt, und blendet den Rest etwas ab.
- Visueller Editor und Code-Editor: Im Code-Editor sieht und bearbeitet man den ganzen Beitrag als HTML, inklusive der Kommentare, mit denen WordPress Blöcke markiert.
- Tastaturbefehle: eine Übersicht aller Tastenkürzel, z.B. Strg + K für einen Link oder Umschalt + Return für einen Zeilenumbruch im selben Absatz.
- Willkommensleitfaden: die kurze Einführung, die beim ersten Öffnen des Editors erscheint.
- Voreinstellungen: weitere Einstellungen, z.B. unter Bedienfelder, welche Bereiche die Seitenleiste überhaupt zeigt.
Ein früherer Kritikpunkt von mir, nämlich zu viel „Mikro-Management“ durch die allgegenwärtigen Block-Einstellungen, die einen beim Schreiben ablenken, lässt sich mit der oberen Werkzeugleiste und dem ablenkungsfreien Modus weitgehend abstellen. Der Grundsatz dahinter gilt aber weiterhin: Das Aussehen einer Website sollte über das Theme bestimmt werden, nicht über Farben und Schriftgrößen, die man in jedem einzelnen Block von Hand setzt.
Synchronisierte Vorlagen (früher: wiederverwendbare Blöcke)
Mit synchronisierten Vorlagen kann man einen oder mehrere Blöcke als globales Element für die ganze WordPress-Website speichern und an beliebig vielen Stellen verwenden. Bis WordPress 6.3 hieß diese Funktion wiederverwendbare Blöcke.
Das Besondere daran: Wird eine synchronisierte Vorlage an einer Stelle verändert, ändern sich alle Stellen automatisch genau so. So kann man z.B. einen Hinweiskasten, der in vielen Beiträgen vorkommt, zentral verwalten und bei Bedarf überall gleichzeitig ändern.
Synchronisierte Vorlagen definieren, verwenden und verwalten
- Erstellen: Block (oder mehrere markierte Blöcke) auswählen, in der Werkzeugleiste auf die drei Punkte (Optionen) klicken und Vorlage erstellen wählen. Man gibt der Vorlage einen Namen und lässt den Schalter Synchronisiert eingeschaltet. Ist er aus, wird die Vorlage nur eine Kopiervorlage: Jede eingefügte Kopie ist danach unabhängig.
- Einfügen: im Block-Inserter unter der Registerkarte Vorlagen, Kategorie Meine Vorlagen.
- Ändern: Vorsicht, wer eine eingefügte synchronisierte Vorlage bearbeitet, ändert sie an allen Stellen, an denen sie vorkommt.
- Lösen: Soll eine einzelne Stelle anders aussehen, wählt man im Menü der Vorlage Trennen. Danach sind es wieder normale Blöcke, und die übrigen Stellen bleiben unverändert.
- Verwalten: Alle Vorlagen erreicht man über Vorlagen verwalten im Block-Inserter. Wird eine synchronisierte Vorlage dort gelöscht, verschwindet sie an allen Stellen, an denen sie verwendet wurde.
Der Block „Klassisch“: der Classic Editor im Block-Editor
Für alle, die gelegentlich den gewohnten Workflow vermissen, gibt es den Block Klassisch. Er öffnet innerhalb eines Blocks den Classic Editor mit seiner bekannten Werkzeugleiste. Das ist z.B. praktisch, wenn man Inhalte aus dem Classic Editor übernehmen möchte, ohne dass sie in viele einzelne Blöcke zerlegt werden.
Öffnet man einen älteren, im Classic Editor geschriebenen Beitrag im Block-Editor, steht der ganze Inhalt übrigens zunächst in einem einzigen Block Klassisch. Über dessen Werkzeugleiste kann man ihn mit In Blöcke umwandeln in einzelne Blöcke zerlegen. Das ist aber keine Pflicht: Der Beitrag funktioniert auch so weiterhin. Bei Beiträgen mit Shortcodes oder eigenem HTML lohnt es sich, das Ergebnis der Umwandlung in der Vorschau zu prüfen.
Ist der Block-Editor ein WordPress-Page-Builder?
Diese Frage habe ich mir schon 2019 gestellt, und sie ist heute berechtigter denn je. Page-Builder sind bisher von Themes oder über Plugins zur Verfügung gestellt worden und bieten Design-Funktionen für Seiten oder Beiträge in WordPress. Der Block-Editor hat inzwischen vieles davon selbst:
- Spalten, Gruppen, Zeilen und Stapel für Layouts, mit Abständen, Hintergründen und Rändern,
- Drag-and-drop für Blöcke, im Editor und in der Listenansicht,
- Vorlagen und synchronisierte Vorlagen als fertige und globale Design-Elemente,
- und mit einem Block-Theme den Website-Editor, in dem man auch Kopfbereich, Footer und Seitenvorlagen mit Blöcken gestaltet.
Für einfache Websites ersetzt das inzwischen tatsächlich einen Page-Builder. Wer ein umfangreiches Theme mit eigenem Builder wie Divi verwendet, gestaltet Seiten weiterhin meist dort, schreibt Beiträge aber genauso gut im Block-Editor. Wie man das passende Theme findet, beschreibe ich im ultimativen Leitfaden zum richtigen WordPress-Theme.
Block-Editor oder Classic Editor? Fazit für WordPress-Einsteiger
Wer gerade mit WordPress anfängt, sollte im Block-Editor schreiben. Er ist der Standard, er wird weiterentwickelt, alle Anleitungen und Hilfeseiten von WordPress beziehen sich auf ihn, und mit der oberen Werkzeugleiste, dem Schrägstrich und ein paar Tastaturbefehlen schreibt es sich darin inzwischen genauso flüssig wie im Classic Editor.
Den Classic Editor braucht man heute eigentlich nur noch in drei Fällen: wenn ein Plugin oder Theme, auf das man angewiesen ist, den Block-Editor nicht unterstützt, wenn eine bestehende Website mit vielen klassischen Beiträgen so bleiben soll, wie sie ist, oder wenn ein eingespielter Workflow mehrerer Autoren daran hängt. Dann ist das offizielle Plugin weiterhin eine solide Lösung, mit der Einschränkung, dass alles Neue nur noch im Block-Editor passiert.
Und wer unsicher ist: Mit dem Classic-Editor-Plugin kann man in den Einstellungen unter Einstellungen → Schreiben auch erlauben, dass jeder Benutzer und jeder Beitrag den Editor selbst wählt. So kann man sich beides in Ruhe ansehen.
Nächste Schritte
Nach dieser Einführung in den Block-Editor kommen wir wieder zu etwas allgemeineren Themen, die uns noch zu einem besseren Verständnis unserer WordPress-Website fehlen.
Zunächst möchte ich ein Thema aufgreifen, das ebenso wichtig ist wie alles, was mit dem Erstellen einer WordPress-Website zu tun hat: Die richtige Pflege einer WordPress-Website. Tatsächlich muss man sich um die eigene WordPress-Website auch kümmern, wenn sie einmal fertig ist und man eigentlich nichts mehr daran verändert. Das liegt an Themen wie Sicherheit und Kompatibilität, die im Internet von heute eine wichtige Rolle spielen.

