Die meisten Websites kosten jeden Monat Geld, auch wenn sich an ihnen monatelang nichts ändert: das Abo beim Baukasten, das Hosting-Paket, die Wartung, die Lizenz für ein Premium-Plugin. Eine Art von Website kommt ohne all das aus: die statische Website. Sie liegt als fertige Dateien bei einem Anbieter, der solche Dateien kostenlos ausliefert, und von den laufenden Kosten bleibt nur die Domain.

Das ist kein Trick und keine Gratis-Website mit fremder Werbung. Es hat aber Grenzen, und die sollten Sie kennen, bevor Sie sich dafür entscheiden. Dieser Beitrag zeigt, wofür Sie bei einer Website normalerweise jeden Monat zahlen, wie eine statische Website das vermeidet, was sie kann und was nicht, und wie Sie zu einer kommen.

Kurz gesagt

Eine Website ohne monatliche Kosten ist möglich, wenn sie statisch ist: fertige HTML-Dateien statt einer Software, die jede Seite bei jedem Aufruf neu zusammenbaut. Solche Dateien liefert zum Beispiel Cloudflare in einer kostenlosen Stufe aus, auch für die Website eines Betriebs. Sie zahlen dann nur Ihre Domain. Dafür können Sie die Website nicht wie bei WordPress oder Wix im Browser bearbeiten, ein Kontaktformular braucht einen Zusatzdienst, und ein eigener Shop oder ein Mitgliederbereich gehen so nicht.

Wofür Sie bei einer Website normalerweise jeden Monat zahlen

Art der WebsiteWas laufend kostetWarum
Baukasten (Wix, Jimdo und andere)das Abo, solange die Website online istSie mieten Website, Software und Speicherplatz in einem. Der Gratis-Tarif zeigt fremde Werbung und keine eigene Domain
WordPress oder ein anderes CMSHosting, dazu Wartung und oft Lizenzen für Premium-Plugins oder ein ThemeAuf dem Server läuft Software mit Datenbank, die Updates braucht, damit sie sicher bleibt
Statische Websitedie DomainDer Anbieter liefert nur Dateien aus. Es gibt keine Software, die er betreiben, und keine, die Sie aktualisieren müssen

Ein Baukasten-Abo bezahlen Sie, solange die Website existiert, und wenn Sie aufhören zu zahlen, ist sie weg. Was ein Gratis-Tarif dafür von Ihnen verlangt, steht in Gratis-Website: 10 ernste Risiken, die Sie vorher kennen sollten. Bei WordPress zahlen Sie für den Server und für die Pflege, die eine WordPress-Website braucht. Was dazugehört, steht in WordPress-Website richtig pflegen.

Statische und dynamische Websites: der Unterschied

Eine dynamische Website baut jede Seite in dem Moment zusammen, in dem jemand sie aufruft. Bei WordPress holt ein Programm in der Sprache PHP den Text aus einer Datenbank, setzt ihn in die Vorlage ein und schickt das Ergebnis an den Browser. Dafür braucht es einen Server, auf dem PHP und die Datenbank laufen, und genau dafür bezahlen Sie das Hosting. Wix und Jimdo arbeiten im Prinzip genauso, nur auf den Servern des Anbieters.

Eine statische Website liegt schon fertig da. Jede Seite ist eine HTML-Datei, dazu kommen Stylesheets, Bilder und vielleicht ein paar Skripte. Der Anbieter muss nichts berechnen, er schickt nur die Datei. Das ist so wenig Aufwand, dass manche Anbieter es kostenlos machen.

„Statisch“ heißt dabei nicht starr oder altmodisch. Eine statische Website kann genauso modern aussehen wie jede andere, mit Animationen, Videos und einer Darstellung, die sich an das Handy anpasst. Statisch ist nur, dass sich der Inhalt nicht von selbst ändert: Wenn ein Text neu soll, wird die Datei geändert und neu hochgeladen.

Wo eine statische Website kostenlos liegt

  • Cloudflare: In der kostenlosen Stufe sind Aufrufe statischer Dateien kostenlos und unbegrenzt, so steht es auf Cloudflares eigener Preisseite. Eine Website darf bis zu 20.000 Dateien umfassen, jede bis zu 25 MiB groß. Eine kleine Website mit zehn Seiten ist davon weit entfernt. Cloudflares Bedingungen schließen eine geschäftliche Website im kostenlosen Tarif nicht aus.
  • Netlify: Auch Netlify hat eine kostenlose Stufe, mit einem monatlichen Kontingent. Netlify bezeichnet sie als Tarif für Einzelpersonen; ob Ihre Website dazu passt, klären Sie dort.
  • Nicht für Ihren Betrieb: Vercel erlaubt im kostenlosen Tarif nur private, nicht geschäftliche Nutzung. GitHub Pages ist nach seinen eigenen Regeln nicht als kostenloses Hosting für ein Geschäft gedacht.

Zwei Dinge sollten Sie dabei wissen.

Das Konto gehört auf Ihren Namen. Legen Sie es selbst an, mit Ihrer E-Mail-Adresse, und lassen Sie jemanden, der für Sie arbeitet, als Mitglied hinein, statt dass er ein Konto für Sie eröffnet. Cloudflares Nutzungsbedingungen verbieten ausdrücklich, sich im Namen eines anderen anzumelden. Und wenn Sie den Dienstleister wechseln, nehmen Sie ihn einfach wieder heraus.

Kostenlos heißt: ohne Vertrag auf Dauer. Ein kostenloser Tarif läuft, solange der Anbieter ihn anbietet. Cloudflare behält sich vor, kostenlose Dienste nach eigenem Ermessen zu beenden. Für eine statische Website ist das ein überschaubares Risiko, weil sie aus einfachen Dateien besteht, die jeder andere Anbieter genauso ausliefert. Bewahren Sie deshalb immer eine aktuelle Kopie aller Dateien bei sich auf. Dann ist ein Umzug schnell erledigt.

Was trotzdem kostet

Die Domain. Ihre Adresse im Netz zahlen Sie jedes Jahr, bei jedem Anbieter. Was eine Domain kostet und worauf Sie beim Preisvergleich achten sollten: Was kostet eine Domain?

Die E-Mail, wenn Sie ein Postfach brauchen. Lag Ihre E-Mail bisher beim Hosting, fällt sie mit dem Hosting weg. Wollen Sie unter office@ihre-domain.at nur Nachrichten empfangen, die in Ihrem bestehenden Postfach ankommen, genügt eine Weiterleitung, und die gibt es bei Cloudflare kostenlos. Ein eigenes Postfach, aus dem Sie mit dieser Adresse auch senden, kostet bei jedem Anbieter etwas. Wie Postfach, Alias und Weiterleitung sich unterscheiden: E-Mail-Adressen für die eigene Domain einrichten.

Änderungen. Eine statische Website ändert niemand nebenbei im Browser. Entweder Sie ändern die Dateien selbst, oder jemand macht es für Sie. Bei einer Website, die sich ein paar Mal im Jahr ändert, ist das wenig. Bei einer, die jede Woche Neuigkeiten bringen soll, ist es der falsche Weg.

Was eine statische Website kann und was nicht

Kann sieKann sie nicht von selbst
Seiten in jedem Design, mit Bildern, Videos, Animationen, PDFs zum Herunterladenim Browser bearbeitet werden wie WordPress oder Wix
sehr schnell laden, weil nichts berechnet wirdein Kontaktformular verschicken: dafür braucht es einen Zusatzdienst oder ein kleines Programm beim Anbieter
ohne Updates auskommen: kein CMS, keine Plugins, keine Datenbank, die angegriffen werden könnteeine Suche über die eigenen Seiten oder Kommentare anbieten
ohne Cookie-Banner auskommen, solange sie nichts auf dem Gerät Ihrer Besucher speicherteinen eigenen Shop oder ein eigenes Buchungssystem betreiben
Videos, Karten oder einen Buchungskalender anderer Anbieter einbindeneinen Bereich mit Login für Mitglieder haben

Das Einbinden fremder Dienste geht, hat aber einen Haken: Ein eingebettetes YouTube-Video oder eine Google-Karte kann beim Laden Daten an diesen Anbieter schicken und Cookies setzen, und dann brauchen Sie wieder eine Einwilligung. Die übliche Lösung ist, dass so ein Element erst lädt, wenn der Besucher darauf klickt.

Zum Cookie-Banner: Ein Banner verlangt das Gesetz, wenn eine Website Informationen auf dem Gerät des Besuchers speichert oder von dort ausliest, die für den Betrieb nicht unbedingt nötig sind, etwa für Statistik oder Werbung (in Österreich § 165 Abs. 3 TKG 2021, in Deutschland § 25 TDDDG). Eine statische Website ohne solche Cookies und Skripte braucht keines. Impressum und Datenschutzerklärung braucht sie trotzdem, wie jede andere Website: Impressum, Datenschutzerklärung, Cookie-Banner: Was Ihre Website in Österreich und Deutschland braucht. In der Datenschutzerklärung steht dann der Anbieter, der Ihre Website ausliefert.

Für wen sich das eignet

Gut geeignet ist eine statische Website für alles, was sich selten ändert und vor allem informieren soll: die Website eines Handwerksbetriebs, einer Praxis, eines Vereins oder einer Künstlerin, eine Visitenkarte im Netz mit ein paar Seiten, die Seite zu einem Projekt oder einer Veranstaltung. Und für jede Website, die fertig ist und nur noch erreichbar bleiben soll.

Nicht geeignet ist sie, wenn Sie selbst regelmäßig Inhalte einstellen wollen, etwa einen Blog, Termine oder Angebote der Woche, oder wenn die Website selbst verkaufen, buchen oder Mitglieder verwalten soll. Dafür ist ein System wie WordPress gemacht, und die monatlichen Kosten sind dann der Preis dafür, dass Sie alles selbst in der Hand haben.

Drei Wege zu einer statischen Website

1. Selbst schreiben

Eine statische Website besteht aus HTML und CSS, und beides können Sie mit einem einfachen Editor schreiben. Wer sich hineinarbeiten will, findet dafür unzählige Anleitungen, und auch KI-Assistenten schreiben inzwischen brauchbares HTML. Prüfen Sie aber, was dabei herauskommt, besonders auf dem Handy und bei eingebundenen Schriften oder Skripten, die Daten an fremde Server schicken.

Für Websites mit mehr Seiten gibt es Programme, die aus Textdateien und einer Vorlage die fertigen Seiten erzeugen, sogenannte Static Site Generators wie Hugo, Eleventy oder Jekyll. Sie sind für Leute gedacht, die keine Scheu vor der Kommandozeile haben.

Online stellen Sie die fertigen Dateien bei einem der Anbieter oben. Wie das bei Cloudflare Schritt für Schritt geht, einschließlich der Domain, steht in den Schritten 7 und 8 der Anleitung, die im nächsten Abschnitt verlinkt ist.

2. Eine bestehende WordPress-Website umwandeln

Haben Sie schon eine WordPress-Website, die sich kaum noch ändert, müssen Sie nicht neu anfangen. Ein Plugin wie Simply Static macht aus ihr eine statische Kopie, die genauso aussieht und unter denselben Adressen erreichbar bleibt. Danach können Sie Hosting und Wartung kündigen. Wie das geht und was dabei wegfällt: WordPress in eine statische Website umwandeln: Hosting kündigen, Website behalten.

3. Bauen lassen

Eine statische Website von Hand zu schreiben ist Handwerk, und für eine kleine Website ist das Ergebnis oft schneller und schlanker als jeder Baukasten. Eine Agentur, die das anbietet, sollte die Website in Ihrem eigenen Konto ablegen und Ihnen alle Dateien übergeben. Dann gehört die Website Ihnen, und Sie können jederzeit wechseln. Klären Sie vorher, wie Sie Änderungen bekommen und was sie kosten, denn darauf kommt es bei einer statischen Website im Alltag an. Ich baue solche Websites selbst; was dazugehört, steht im Kasten am Ende dieses Beitrags.

Häufige Fragen

Kann man eine Website kostenlos hosten?

Ja, wenn sie statisch ist. Cloudflare liefert statische Websites in einer kostenlosen Stufe aus, auch für Betriebe, Netlify in einer kostenlosen Stufe für Einzelpersonen. Eine WordPress-Website lässt sich nicht kostenlos und zugleich seriös hosten, weil sie einen Server mit PHP und Datenbank braucht. Kostenlose Angebote dafür zeigen meist Werbung oder sind stark eingeschränkt.

Was kostet eine statische Website?

Laufend nur die Domain, und eine E-Mail, falls Sie ein eigenes Postfach brauchen. Einmalig kostet die Erstellung: Ihre eigene Zeit, wenn Sie sie selbst schreiben, sonst das Honorar einer Agentur. Dazu kommen Änderungen, wenn Sie sie nicht selbst machen.

Ist eine Website ohne Abo dasselbe wie eine Gratis-Website?

Nein. Eine Gratis-Website bei einem Baukasten läuft auf einer Adresse des Anbieters, zeigt seine Werbung, und Sie können sie meistens nicht mitnehmen. Eine statische Website läuft auf Ihrer eigenen Domain, zeigt keine fremde Werbung, und ihre Dateien gehören Ihnen.

Kann ich meine Wix-Website in eine statische Website umwandeln?

Nicht direkt. Eine Wix-Website lässt sich nach Wix' eigener Hilfe nicht exportieren und bei einem anderen Anbieter weiterbetreiben. Sie wird neu gebaut, und Texte und Bilder übernehmen Sie dabei. Eine bei Wix gekaufte Domain können Sie zu einem anderen Anbieter umziehen.