Sie wollen Ihre Wunschdomain möglichst günstig registrieren? Dann lohnt sich ein genauer Blick, denn der Preis, der Ihnen zuerst ins Auge springt, ist selten der, den Sie auf Dauer bezahlen. Hier erfahren Sie, was eine Domain pro Jahr tatsächlich kostet, woraus sich der Preis zusammensetzt und welche Fallen beim Preisvergleich lauern.
Die gängigen Domains kosten bei einem Anbieter mit öffentlicher Preisliste zwischen rund 5 Euro (.de) und rund 15 Euro (.com) netto pro Jahr; .at und .eu liegen dazwischen. Vergleichen Sie immer den Preis ab dem zweiten Jahr, nicht das Angebot für das erste, und vergleichen Sie die Domain getrennt von einem Hosting-Paket.
Viele Vergleichstabellen im Netz zeigen nur den niedrigsten Preis ohne das Kleingedruckte, oder sie bestehen aus bezahlten Einträgen. Eine Tabelle finden Sie hier trotzdem – mit Datum, netto und brutto, und mit dem, was sie nicht zeigt.
Was eine Domain pro Jahr kostet: Beispiele

Als Beispiel dient die öffentliche Preisliste des deutschen Registrars INWX, die Netto- und Bruttopreise ausweist. Das ist keine Empfehlung, sondern ein nachprüfbarer Bezugspunkt: Andere Anbieter liegen darüber oder darunter.
| Endung | netto pro Jahr | inkl. 20 % USt |
|---|---|---|
| .de | 5,02 € | 6,02 € |
| .at | 13,00 € | 15,60 € |
| .eu | 10,00 € (im ersten Jahr 5,00 €) | 12,00 € (6,00 €) |
| .com | 14,60 € | 17,52 € |
Listenpreise von INWX für Registrierung und Verlängerung, abgelesen am 9. Oktober 2026. Die Bruttopreise enthalten 20 % österreichische Umsatzsteuer; in Deutschland sind es 19 %.
Bei .com ist der Kern des Preises öffentlich. Die Registry Verisign verlangt von jedem Registrar 10,26 US-Dollar pro Jahr und Domain, ab 1. November 2026 10,97 US-Dollar; dazu kommen 0,20 US-Dollar Gebühr an die ICANN. Darunter kann kein Anbieter eine .com-Domain dauerhaft verkaufen, ohne draufzuzahlen. Manche Registrare geben genau diesen Einkaufspreis ohne Aufschlag weiter, etwa Cloudflare. Dort liegen meine eigenen .com-Domains, und ein Jahr kostet mich damit derzeit unter 12 Euro inklusive Umsatzsteuer. Cloudflare führt allerdings weder .de noch .at noch .eu.
Woraus sich der Preis einer Domain zusammensetzt
Jede Domain-Endung wird von genau einer Registry verwaltet: .de von der DENIC, .at von nic.at, .eu von EURid, .com von Verisign. Die Registry führt das Verzeichnis aller Namen und verlangt für jeden Eintrag eine Gebühr. Bei den generischen Endungen wie .com, .net oder .org kommt eine kleine Gebühr an die ICANN dazu, die diese Endungen beaufsichtigt; bei Länderendungen wie .de oder .at nicht.
Registrieren können Sie bei der Registry aber in der Regel nicht direkt, sondern über einen Registrar, also einen Anbieter, der bei der Registry zugelassen ist. Was der Registrar Ihnen über die Registry-Gebühr hinaus berechnet, entscheidet er selbst. Viele Hosting-Anbieter sind wiederum Reseller eines Registrars und schlagen noch einmal etwas auf – oder verschenken die Domain im ersten Jahr, weil sie mit dem Hosting verdienen. Deshalb kostet dieselbe Domain bei verschiedenen Anbietern verschieden viel.
Davon zu unterscheiden ist der Kauf einer Domain, die schon jemand anderem gehört: Dann zahlen Sie einmalig einen Kaufpreis an den bisherigen Inhaber, und danach wie bei jeder Domain die jährliche Gebühr. Warum dabei manchmal Millionen bezahlt werden, beschreibe ich in Warum sind manche (Premium) Domains so teuer?, worauf Sie beim Kauf achten sollten, in Worauf muss ich beim Kauf einer Premium-Domain achten?. Ob Ihre Wunschdomain überhaupt noch frei ist, prüfen Sie am besten zuerst: Domain-Verfügbarkeit prüfen: Ist die Domain frei, und wem gehört sie?
Falle 1: Das Lockangebot im ersten Jahr
Die häufigste Falle sieht so aus: Eine Domain für ein paar Cent oder zwei Euro – und klein daneben steht „im ersten Jahr, danach 22,90 Euro“. Selbst die Preisliste oben hat so ein Angebot: .eu für 5 Euro im ersten Jahr, danach 10 Euro.
Das ist nicht unredlich, solange der Folgepreis klar dasteht. Aber eine Domain registriert man nicht für ein Jahr, sondern für viele. Der richtige Preis für den Vergleich ist deshalb der Verlängerungspreis, der ab dem zweiten Jahr gilt. Rechnen Sie im Zweifel aus, was Sie in fünf oder zehn Jahren insgesamt bezahlen. Und achten Sie darauf, ob ein Preis netto oder brutto angegeben ist und ob er pro Jahr oder pro Monat gilt – viele Anbieter werben mit Monatspreisen; rechnen Sie sie auf das Jahr hoch.
Falle 2: Die Domain ist im Hosting-Paket „inklusive“
Das muss keine Falle sein. Oft ist eine Domain tatsächlich im Preis eines Hosting-Pakets enthalten, und das Paket ist trotzdem konkurrenzfähig. Prüfen Sie aber drei Dinge:
- Wie lange? Gilt die Inklusiv-Domain nur im ersten Jahr oder, solange Sie das Paket haben?
- Welche Endungen? Oft sind nur bestimmte Endungen enthalten, etwa .de oder .at, aber nicht .com.
- Was passiert beim Wechsel? Kündigen Sie das Hosting, zahlen Sie die Domain ab dann extra – oder nehmen sie zu einem anderen Anbieter mit. Spätestens dann taucht ihr Preis wieder auf.
Jedes Jahr verlängern – oder unbefristet?
Hier unterscheiden sich die Endungen grundsätzlich:
- Generische Endungen wie .com werden für einen festen Zeitraum registriert, mindestens ein Jahr und höchstens zehn. Wird die Domain nicht rechtzeitig verlängert, läuft sie aus. Aktivieren Sie deshalb die automatische Verlängerung und sorgen Sie dafür, dass das hinterlegte Zahlungsmittel gültig bleibt.
- .de und .at laufen dagegen unbefristet, bis Sie kündigen (DENIC-Domainbedingungen § 7; nic.at spricht von einem „Dauerschuldverhältnis“). Bezahlt wird trotzdem jährlich über Ihren Anbieter. Eine solche Domain verlieren Sie nicht durch ein verpasstes Ablaufdatum, sondern durch eine Kündigung – oder, so nic.at, wenn Sie die Rechnung nicht bezahlen. Wenn Sie eine .de- oder .at-Domain nicht mehr brauchen, müssen Sie sie also aktiv kündigen.
Bei den generischen Endungen können Sie auch mehrere Jahre im Voraus bezahlen. Das schützt vor Preiserhöhungen der Registry – wie der Erhöhung bei .com zum 1. November 2026. Ein Rabatt ist damit aber nicht automatisch verbunden; rechnen Sie nach.
Tipp 1: Domain und Hosting getrennt vergleichen – und getrennt verwalten
Ein getrennter Vergleich von Domain und Hosting bringt fast immer den besseren Gesamtpreis. Die getrennte Verwaltung hat außerdem einen Vorteil, der sich erst im Ernstfall zeigt: Gibt es mit dem Hosting Probleme, ziehen Sie die Website mit einem Backup zu einem anderen Anbieter um und ändern in der Domainverwaltung nur den Eintrag, der auf den Server zeigt. Die Domain bleibt, wo sie ist. Umgekehrt können Sie den Registrar wechseln, ohne die Website anzufassen.
So halte ich es auch selbst: Meine Domains liegen bei einem Registrar, die Websites bei einem Hosting-Anbieter. Welchen Hosting-Anbieter ich nutze und empfehle, lesen Sie in meiner Empfehlung zum Thema Web-Hosting.
Tipp 2: Die Länderendung bei einem Registrar dieser Registry
Den besten .com-Preis und den besten .at-Preis finden Sie selten beim selben Anbieter. Das ist kein Problem, denn Sie müssen nicht alle Domains an einem Ort haben. Für Länderendungen führen die Registries selbst Listen der zugelassenen Anbieter:
- .de: die Mitglieder der DENIC
- .at: der .at-Partnerfinder von nic.at
- .eu: die Registrar-Suche von EURid
Vergleichen Sie dort ein paar Anbieter, und zwar wieder den Preis ab dem zweiten Jahr. Eine Einrichtungsgebühr für eine Domain ist übrigens unüblich; verlangt ein Anbieter eine, nehmen Sie einen anderen.
Tipp 3: Achten Sie darauf, was ohne Aufpreis dabei ist
Die Registrierungsgebühr ist das Minimum, das eine Domain jedes Jahr kostet. Was Sie darüber hinaus brauchen, hängt vom Zweck ab:
- Für eine Website brauchen Sie Hosting; die Domain zeigt per DNS-Eintrag auf den Server. Die DNS-Verwaltung sollte im Preis enthalten sein.
- Für eine Weiterleitung, etwa die .com-Variante auf Ihre .de-Website, brauchen Sie kein Hosting. Viele Anbieter leiten kostenlos weiter, manche verlangen dafür extra.
- Für Sicherheit sollte eine Transfersperre gegen ungewollte Umzüge der Domain selbstverständlich sein, ebenso die automatische Verlängerung.
Tipp 4: Wenn die Wunschdomain vergeben ist
Viele Domain-Checks schlagen Ihnen gleich Alternativen vor. Das ist in erster Linie ein Verkaufstrick, kann aber auch eine Quelle für Ideen sein. Vorsicht nur: Auch in solchen Listen stehen Premium-Domains mit deutlich höherem Preis.
Weitere Möglichkeiten sind eine andere Endung (meinewunschdomain.at statt .com) oder ein Zusatz (meinepflanze.com statt pflanze.com). Prüfen Sie dabei, ob Sie mit dem Namen keine Marken- oder Namensrechte verletzen – das gilt besonders, wenn jemand den Namen unter einer anderen Endung schon nutzt: In diesen Datenbanken prüfen Sie Ihren Wunschnamen. Mehr Ideen für einen guten Namen finden Sie in meinen 15 Tipps und Tricks für den perfekten Domainnamen.
Weitere Informationen zum Thema Domains
Eine eigene Domain ist eine gute Entscheidung für Ihr Projekt im Internet. Viele Menschen scheuen sich, ein paar Euro für Webhosting und eine Domain auszugeben, und entscheiden sich stattdessen für eine Gratis-Website. Warum das keine gute Idee ist, beschreibe ich in Gratis-Website: 10 ernste Risiken, die Sie vorher kennen sollten.
Welche Endung die richtige für Sie ist, lesen Sie in .de oder .com? Die richtige Domain-Endung für Ihre Website. Wo ich meine Domains registriere und was es sonst rund um Domains zu wissen gibt, steht auf meiner Informationsseite zum Thema Domains.
Und wenn Sie auf Ihrer neuen Domain eine Website errichten wollen, empfehle ich Ihnen meinen kompletten Leitfaden: 19 Schritte zur fertigen WordPress-Website: Alle Details.

