Ein Blog-Artikel beginnt lange vor dem ersten Satz: Worüber schreibe ich? Wie heißt der Artikel? Was kommt in welcher Reihenfolge? Und was steht später als Kurzbeschreibung in den Suchergebnissen? Für genau diese vier Schritte ist ChatGPT eine sehr gute Hilfe. Den Artikel selbst kann es inzwischen auch schreiben – aber nur so gut, wie Sie es führen und das Ergebnis prüfen.
Kurz gesagt: Führen Sie alle vier Schritte in einem einzigen Chat, damit ChatGPT Ihren Blog, Ihre Leser und die bisherigen Ergebnisse kennt. Geben Sie zu Beginn an, worüber Ihr Blog schreibt und für wen. Lassen Sie sich jeweils mehrere Vorschläge machen und wählen Sie selbst. Ob Sie den Artikel dann selbst schreiben oder entwerfen lassen: Ihre Erfahrung und Ihre Fakten müssen hinein, und alles, was von ChatGPT stammt, prüfen Sie, bevor es online geht.
Unten finden Sie für jeden Schritt einen Prompt zum Kopieren. Als Beispiel dient eine (erfundene) Tischlerei, die auf ihrer Website bloggt.
ChatGPT als Blogger?

ChatGPT könnte einen ganzen Artikel schreiben, und er würde flüssig klingen. Das Problem ist, was ihm fehlt: Ihre Erfahrung, Ihre Beispiele, Ihre Meinung – also genau das, wofür jemand Ihren Blog liest und nicht irgendeinen anderen. Außerdem irrt sich ChatGPT bei Fakten, ohne es zu merken.
Google sieht das ähnlich. Seine Hinweise zu KI-erstellten Inhalten (Stand Oktober 2026) verbieten KI nicht, warnen aber: Wer mit generativer KI viele Seiten ohne Mehrwert für die Leser erzeugt, kann gegen die Spam-Richtlinie zu massenhaft erstellten Inhalten verstoßen. Alles, was KI erstellt hat, solle vor der Veröffentlichung von Hand auf Richtigkeit geprüft werden – ausdrücklich auch Titel, Meta-Beschreibung, strukturierte Daten und Alternativtexte von Bildern.
Mein Vorgehen deshalb: Ich gebe Richtung, Fakten und Erfahrung vor, lasse mir von der KI beim Recherchieren, Gliedern, Formulieren und Korrigieren helfen und prüfe alles, bevor es online geht. Welche Aufgaben die KI bei mir im Einzelnen übernimmt, steht in Mit ChatGPT Texte auf Deutsch schreiben.
So bereiten Sie das Gespräch vor
Bevor Sie anfangen, sollten Sie drei Dinge in zwei, drei Sätzen sagen können: worüber Ihr Blog schreibt, für wen, und was die Leser danach tun sollen (anrufen, im Shop kaufen, wiederkommen). Diese drei Sätze stehen am Anfang des Chats. Alles Weitere bauen Sie im selben Chat darauf auf – so muss ChatGPT nicht bei jedem Schritt raten.
Wie Sie ChatGPT einrichten und was Sie beim Datenschutz einstellen sollten, steht in ChatGPT verwenden.
Schritt 1: Themen finden
Lassen Sie sich zuerst Themenbereiche vorschlagen, dann konkrete Artikelideen in dem Bereich, der Sie anspricht. Der wichtigste Satz im Prompt ist der zweite: Er sagt ChatGPT, wofür Ihre Leser wirklich suchen.
Ich betreibe den Blog auf der Website meiner Tischlerei in der Steiermark. Wir bauen Küchen und Einbauschränke nach Maß, oft für Altbauwohnungen. Unsere Leser sind Paare und Familien, die eine Küche planen, und sie sollen nach dem Lesen bei uns anfragen. Schlag mir 10 Themenbereiche für Blog-Artikel vor, die genau diese Leser beschäftigen, bevor sie eine Tischlerei anrufen. Zu jedem Bereich ein Satz, welche Frage der Leser dabei hat.
Dann vertiefen Sie einen Bereich:
Der Bereich „Küche im Altbau“ passt am besten. Schlag mir dazu 8 konkrete Artikelideen vor. Nur Themen, über die eine Tischlerei aus eigener Erfahrung schreiben kann, keine allgemeinen Wohntipps.
Worauf Sie achten: ChatGPT schlägt gern Themen vor, über die schon tausend Artikel existieren. Nehmen Sie die, zu denen Sie etwas Eigenes zu sagen haben – ein Projekt, einen typischen Fehler, eine Frage, die Kunden Ihnen wirklich stellen.
Schritt 2: Den Titel formulieren
Ein guter Titel sagt, was der Leser bekommt, und enthält die Wörter, nach denen er sucht. Lassen Sie sich mehrere Varianten geben und begründen, dann wählen und kürzen Sie selbst.
Ich schreibe über das Thema „Einbauküche bei schiefen Wänden im Altbau“. Schlag mir 6 Titel vor: klar, ohne Übertreibung, mit den Wörtern, die jemand bei Google eingeben würde. Schreib zu jedem Titel, für welche Suchanfrage er passt. Keine Jahreszahlen und keine Zahlen wie „7 Tipps“, wenn der Artikel sie nicht wirklich enthält.
Worauf Sie achten: Titel von ChatGPT neigen zu Doppelpunkten und großen Versprechen („Der ultimative Leitfaden …“). Ein Titel muss halten, was der Artikel liefert. Und ob Leute tatsächlich so suchen, sagt Ihnen die Google Search Console besser als ChatGPT – mehr dazu in Google Search Console einfach erklärt.
Schritt 3: Die Outline erstellen
Die Outline – die Gliederung mit Zwischenüberschriften – ist der Schritt, bei dem ChatGPT am meisten Zeit spart. Geben Sie Titel, Leser und das, was Sie selbst beitragen können, vor:
Titel: „Einbauküche bei schiefen Wänden: Was im Altbau anders ist“. Leser: Paare, die eine Altbauwohnung gekauft haben und eine Küche planen. Ich kann aus eigener Erfahrung beitragen: wie wir aufmessen, warum wir vor dem Angebot einen 3D-Entwurf machen, zwei typische Überraschungen beim Einbau. Erstelle eine Outline mit 5 bis 7 Zwischenüberschriften (H2) und je zwei, drei Stichpunkten, was in den Abschnitt gehört. Markiere die Stellen, an denen meine eigene Erfahrung hineingehört.
Danach verfeinern Sie im selben Chat: „Abschnitt 4 und 5 zusammenlegen“, „Am Anfang fehlt die Frage, was das kostet“, „Kürzer, höchstens fünf Abschnitte“.
Worauf Sie achten: Eine Outline von ChatGPT ist vollständig, aber oft beliebig – sie könnte für jede Tischlerei gelten. Die Stellen, die Sie mit eigener Erfahrung füllen, machen den Unterschied. Fehlen solche Stellen, ist das Thema vielleicht nicht Ihres.
Schritt 4: Die Beschreibung für die Suchergebnisse
Die Kurzbeschreibung (Meta-Beschreibung) erscheint unter dem Titel in den Suchergebnissen, wenn Google sie verwendet. Sie soll in ein, zwei Sätzen sagen, was der Leser im Artikel findet. In WordPress tragen Sie sie in Ihrem SEO-Plugin ein, z. B. bei Rank Math oder Yoast im Feld für die Beschreibung.
Hier ist der fertige Artikel [Text einfügen]. Schreib mir 3 Vorschläge für die Meta-Beschreibung: je ein bis zwei Sätze, Sie-Form, sagt konkret, was der Leser erfährt, ohne Werbefloskeln. Verwende nur, was im Artikel steht.
Worauf Sie achten: Geben Sie den fertigen Artikel mit, nicht nur den Titel – sonst beschreibt ChatGPT, was in einem solchen Artikel üblicherweise steht, und nicht, was in Ihrem steht. Und prüfen Sie die Beschreibung genauso wie den Text; Google nennt Meta-Beschreibungen ausdrücklich unter dem, was von Hand geprüft gehört.
Was Sie nicht an ChatGPT abgeben sollten
- Fakten, Preise, Fristen, Rechtliches – alles nachprüfen, was ChatGPT dazu schreibt.
- Ihre Erfahrung – Projekte, Fehler, Kundenfragen. Das ist der Grund, Ihren Artikel zu lesen.
- Den letzten Durchgang – lesen Sie den fertigen Text einmal laut. Was nicht nach Ihnen klingt, schreiben Sie um.
- Kundendaten – Namen und Details aus echten Projekten gehören nicht in ein privates ChatGPT-Konto; schreiben Sie „ein Kunde in Graz“ statt des Namens.
Kennzeichnen müssen Sie einen Blog-Artikel, den Sie selbst geprüft und veröffentlicht haben, nach der EU-KI-Verordnung nicht – warum, steht in ChatGPT verwenden. Google empfiehlt bei automatisch erzeugten Inhalten, den Lesern zu sagen, wie sie entstanden sind; bei einem Artikel, den Sie selbst geführt und geprüft haben, ist ein solcher Hinweis Ihre Entscheidung.
Weitere Aufgaben für die eigene Website mit ChatGPT erledigen
Kurze Texte wie einen Vorstellungstext oder eine Produktbeschreibung schreibt ChatGPT inzwischen gut selbst – Beispiele und die Fallen dabei zeige ich in Mit ChatGPT Texte auf Deutsch schreiben. Für alles, was man abhaken will: Mit ChatGPT eine Checkliste erstellen. Und wenn Sie noch einen Namen für die Website suchen: Die besten Domainnamen-Generatoren im Test, ChatGPT eingeschlossen.
Feedback zu diesem Artikel
Wofür setzen Sie ChatGPT beim Bloggen ein, und wo lassen Sie es lieber? Wenn der Artikel Ihnen nicht geholfen hat, schreiben Sie mir unten in ein paar Zeilen, was gefehlt hat. Ich lese jeden Kommentar persönlich und gebe ihn dann frei, das kann ein bisschen dauern.

