Wer eine WordPress-Website in eine zweite Sprache bringt, steht vor der Frage: Übersetzt das ein Mensch, eine Maschine – oder beide?
Für die meisten Websites ist die Kombination die beste Wahl: automatisch übersetzen und die wichtigen Seiten von einem Menschen prüfen lassen, der die Zielsprache gut beherrscht. Rein automatisch reicht für einfache Sachtexte mit wenig Gewicht. Rein manuell lohnt sich für Werbetexte, Fachtexte und alles, wofür Sie haften.
Maschinelle Übersetzung ist in den letzten Jahren deutlich besser geworden, vor allem seit Übersetzungsdienste große Sprachmodelle einsetzen. Fehlerfrei ist sie trotzdem nicht. Im Folgenden zeige ich, wo die Grenze verläuft, welche Sprachen die Dienste abdecken und wie die gängigen WordPress-Plugins beides verbinden.
Manuelle gegen automatische Übersetzungen

Manuell heißt: Ein Mensch übersetzt, idealerweise jemand, der in der Zielsprache zu Hause ist und Ihr Fachgebiet kennt. Er erkennt, was gemeint ist, passt Beispiele und Ansprache an den Zielmarkt an und wählt die Begriffe, nach denen dort tatsächlich gesucht wird.
Automatisch heißt: Ein Übersetzungsdienst wie Google Übersetzer, DeepL oder ein KI-Modell übersetzt in Sekunden, und das Plugin speichert das Ergebnis. Die Qualität ist bei gängigen Sprachpaaren und einfachen Sachtexten heute oft gut genug, um sie nach kurzer Prüfung zu veröffentlichen.
Die Kombination – maschinell vorübersetzen, von einem Menschen prüfen und korrigieren lassen – ist für Websites meist das beste Verhältnis aus Qualität und Aufwand.
Vergleich von manuellen und automatischen Übersetzungen im Überblick
Die Tabelle stellt beide Wege nebeneinander. Ein ✓ bedeutet einen Vorteil, ein X einen Nachteil, „teils“ hängt vom Text und von der Sprache ab.
Tabelle: Manuelle und automatische Übersetzung im Vergleich. ✓ = Vorteil, X = Nachteil, teils = hängt von Text und Sprache ab.
Die Tabelle ist ein Google-Sheet, das ich mit wpDataTables als sortierbare Tabelle einbinde. Werbung (Affiliate-Link): wpDataTables ansehen
Wann reicht eine automatische Übersetzung?
Automatisch übersetzen können Sie gut:
- einfache Sachtexte ohne Fachsprache, etwa Öffnungszeiten, Anfahrt, allgemeine Informationen,
- Inhalte, die sich oft ändern und bei denen Aktualität wichtiger ist als Stil,
- Produktdaten in einem Shop mit vielen Artikeln, wenn die wichtigsten Seiten zusätzlich geprüft werden,
- den ersten Entwurf jeder Übersetzung, den dann ein Mensch überarbeitet.
Wo es schwierig wird: Wortspiele, Werbesprache, Redewendungen, Ironie, kulturelle Anspielungen und die Frage, ob „Sie“ oder „du“ angemessen ist. Eine Maschine übersetzt Wörter und Sätze; ob der Text im Zielmarkt so ankommt, wie Sie es wollen, prüft sie nicht.
Und noch etwas: Automatisch übersetzte Texte stehen unter Ihrem Namen. Fehler in Preisen, Lieferbedingungen oder Produktangaben sind Ihre Fehler, nicht die des Übersetzungsdienstes.
Wann braucht es einen Menschen?

Lassen Sie einen Menschen übersetzen oder zumindest gründlich prüfen:
- Startseite, Angebots- und Leistungsseiten: Hier entscheidet sich, ob jemand Kontakt aufnimmt.
- Werbetexte und Slogans: Sie leben von Ton und Anspielung, und genau das geht maschinell am leichtesten verloren.
- Fach- und Rechtstexte: Allgemeine Geschäftsbedingungen, Datenschutzerklärung, technische Angaben. Lassen Sie sich hier nicht auf eine Maschine allein ein.
- Suchbegriffe: Ein Mensch, der den Zielmarkt kennt, weiß, wie man dort nach Ihrem Angebot sucht. Die wörtliche Übersetzung Ihres deutschen Suchbegriffs ist oft nicht das Wort, das im Zielmarkt eingegeben wird.
Der Preis dafür ist Zeit und Geld: Eine menschliche Übersetzung dauert Tage statt Sekunden, und jede spätere Änderung am Original muss wieder übersetzt werden. Für eine große, oft aktualisierte Website ist das nur mit einem festen Ablauf zu schaffen. Wie Sie den organisieren, steht in meinem Leitfaden für mehrsprachige Websites.
Was Google zu automatisch übersetzten Inhalten sagt
Google verbietet automatisch übersetzte Inhalte nicht. In seinen Spam-Richtlinien nennt Google automatische Übersetzung als Beispiel für Missbrauch nur dort, wo fremde Inhalte massenhaft übernommen und umformuliert oder übersetzt werden, ohne dass Leser einen Mehrwert davon haben. Ihre eigenen Texte maschinell zu übersetzen, fällt nicht darunter.
Trotzdem gilt: Eine holprige Übersetzung überzeugt weder Leser noch Suchmaschinen. Prüfen Sie zumindest die Seiten, mit denen Sie gefunden werden wollen.
Welche Sprachen unterstützen Übersetzungsplugins?
Diese Frage hat zwei Antworten.
Manuell unterstützt jedes Übersetzungsplugin jede Sprache. Wenn Sie oder ein Übersetzer die Texte selbst eintragen, können Sie Ihre Website in jede Sprache bringen, die WordPress darstellen kann, auch Sprachen, die von rechts nach links geschrieben werden.
Automatisch hängt es vom Übersetzungsdienst ab, nicht vom Plugin. Das Plugin reicht den Text nur weiter. Google Übersetzer deckt laut Googles Sprachenliste über 200 Sprachen ab, DeepL laut seiner Dokumentation über 100 (beides Stand Oktober 2026). Bei großen Sprachen wie Englisch, Französisch, Spanisch oder Italienisch sind die Ergebnisse gut; bei seltenen Sprachen und regionalen Varianten schwanken sie stark, weil den Diensten dafür weniger Trainingsdaten zur Verfügung stehen.
Für Dialekte wie Schweizerdeutsch oder Bairisch gibt es keine verlässliche maschinelle Übersetzung. Hier bleibt nur ein Mensch.
Eine zweite Grenze ist die Zahl der Sprachen, die Sie gleichzeitig aktivieren dürfen. Sie hängt beim Plugin und oft von der Bezahlstufe ab: Die kostenlose Version von TranslatePress etwa übersetzt in eine weitere Sprache; für mehr Sprachen braucht es eine Bezahlversion.
Automatisch, manuell oder beides: was die gängigen Plugins können
Stand Oktober 2026, laut den Seiten der Hersteller:
- TranslatePress übersetzt im Frontend, also direkt auf der sichtbaren Seite. Automatisch geht es mit dem eigenen KI-Dienst des Herstellers (ein kleines Wortkontingent ist kostenlos, größere sind in den Bezahlversionen enthalten), mit Google Übersetzer über Ihren eigenen API-Schlüssel oder in den größeren Bezahlversionen mit DeepL. Jede automatische Übersetzung lässt sich danach von Hand korrigieren. Die Übersetzungen liegen in Ihrer eigenen Datenbank und bleiben erhalten, auch wenn Sie die Lizenz nicht verlängern. Werbung (Affiliate-Link): TranslatePress ansehen
- WPML gibt es nur als Bezahlversion. Ab der mittleren Stufe sind ein Übersetzungseditor, ein Kontingent an KI-Übersetzung und die Zusammenarbeit mit Übersetzern oder Übersetzungsbüros enthalten (WPML-Tarife).
- Polylang ist kostenlos und auf manuelle Übersetzung ausgelegt: Jede Sprachversion ist ein eigener Beitrag. Maschinelle Übersetzung mit DeepL und der Export für Übersetzungsbüros gehören zur Bezahlversion Polylang Pro.
- Weglot ist ein Abo-Dienst: Er übersetzt automatisch, Sie korrigieren in seiner Oberfläche, und die Übersetzungen liegen auf den Servern von Weglot. Endet das Abo, ist die Website nicht mehr übersetzt; laut Hersteller lassen sich die Übersetzungen vorher exportieren.
Welches Plugin zu Ihrer Website passt und was dabei sonst zu entscheiden ist, steht in meinem Leitfaden für mehrsprachige Websites mit WordPress.
Entscheidungshilfe: Welche Methode passt zu Ihrer Website?

Drei Fragen helfen bei der Entscheidung:
- Wie viel hängt an diesem Text? Je mehr ein Text verkaufen, überzeugen oder rechtlich absichern soll, desto mehr Mensch braucht er.
- Wie oft ändert er sich? Was sich laufend ändert, übersetzen Sie automatisch und prüfen stichprobenartig.
- Wie gut beherrschen Sie oder jemand in Ihrem Team die Zielsprache? Wer prüfen kann, kommt mit automatischer Vorübersetzung weit.
Für eine typische kleine Unternehmenswebsite heißt das meist: alles automatisch vorübersetzen, Startseite, Leistungsseiten und Kontaktseite von einem Muttersprachler prüfen lassen, Rechtstexte professionell übersetzen lassen.
Die Kriterien dieses Artikels gibt es als einseitige Checkliste: Laden Sie die kostenlose Checkliste „Manuelle oder automatische Übersetzung“ (PDF) herunter.
Zusammenfassung und weiterführende Artikel
Automatische Übersetzung ist schnell, günstig und für einfache Texte gut genug; ein Mensch ist für alles nötig, was überzeugen, verkaufen oder rechtlich halten muss. Die meisten Websites fahren mit der Kombination am besten: maschinell vorübersetzen, die wichtigen Seiten prüfen lassen.
Die Entscheidung für eine Übersetzungsmethode ist eine von mehreren bei einer mehrsprachigen Website. Die anderen – Plugin, Ablauf, Kosten – finden Sie im Leitfaden für mehrsprachige Websites mit WordPress, die Adressen der Sprachversionen in Die beste URL-Struktur für Ihre mehrsprachige Website.
Feedback zu diesem Artikel
Übersetzen Sie lieber selbst, lassen Sie übersetzen oder vertrauen Sie der Maschine? Und mit welcher Sprache haben Sie welche Erfahrungen gemacht? Schreiben Sie mir unten einen Kommentar. Ich lese jeden Kommentar persönlich, bevor ich ihn freigebe; es kann also ein wenig dauern, bis er zu sehen ist.

